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Geschichte

Rehborn

Kreis Bad Kreuznach - Verbandsgemeinde Meisenheim R1898

Zu Beginn des 7. Jahrhunderts bildete sich zwischen den fränkischen Siedlungen Odernheim und Mei­senheim eine neue Kleinsiedlung, Rehborn. 1128 wird sie unter dem Namen "Robura" erstmals ur­kundlich erwähnt. Erzbischof Adalbert von Mainz bestätigt dem Kloster Disibodenberg nochmals jene Rechte, die es bereits zur Zeit seines Vorgängers Willigis (975-1011) besaß. "Robura" entstammt dem althochdeutschen ror = Schilf und bur = Haus. Dieses "Haus am Schilf' stand auf dem Gebiet der heutigen Anwesen Karl Neumann, Erhard Wendel, Karl Kerch. Flurnamen geben davon noch Zeugnis: "Brühl" (nasses Wiesengelände in unmittelbarer Nähe des Herrschaftshofes"), "Hinner de Hufstatt" (Gärten vom Brühl bis zum Hüttenbach).

Obwohl der Ortsname weder mit einem Born (Brunnen) noch einem Reh in Verbindung steht, setzte sich die sprachliche Umbildung auf "born" bereits Mitte des 16. Jahrhunderts fest. Das seit 1979 ge­nehmigte Wappen geht auf das Gerichtssiegel jener Zeit zurück.

Rehborn erlebte in seiner knapp 1400jährigen Geschichte allerlei Herrschaften: Erzbischöfe von Mainz, Kloster Disibodenberg, eigenen, niederen Ortsadel (von 1179-1373 nachweisbar), Grafen von Veldenz, Herzöge von Pfalz-Zweibrücken, Franzosen (von 1797-1814 Kanton Mont Tonnerre), Bayern (1816-­1945). Aus einem Teil der französischen Besatzungszone entstand 1947 das neue Land Rheinland-­Pfalz.

Heute ist Rehborn mit knapp 800 Einwohnern der drittgrößte Ort der Verbandsgemeinde Meisenheim. Die bis nach dem 2. Weltkrieg stark landwirtschaftlich geprägte Struktur passte sich sehr rasch den veränderten Bedingungen an. Mangels eigener Industrie pendeln viele Menschen zum Arbeitsplatz, das Dorf entwickelte sich zur Wohngemeinde. Rege Bautätigkeit sowie ein breitgefächertes Vereins­leben lassen die Rehborner hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.